Erst die Mehlsegnung, dann das Agatha-Ringli

Die heilige Agatha, die «Gute», wird bereits seit frühchristlicher Zeit als Schutzpatronin gegen Feuer und Brand verehrt.

Alte Erzählungen berichten, dass die auf Sizilien lebende Christin Agatha von Catania den nichtchristlichen, römischen Statthalter Quintianus heiraten und sich vom Christentum abwenden sollte. Als sie sich weigerte, war Quintianus darüber so erzürnt, dass er Agatha verschleppen und auf fürchterlichste Art foltern und töten liess. Als am Jahrestag ihres Todes der Vulkan Äthna ausbrach und die Lavamassen Catania bedrohten, stoppten die Einwohner mit Agathas Schleier die Lavamassen.

Die Verehrung Agathas als Heilige zeigt sich in Form des gesegneten Agatha-Ringli, das Schutz vor Fieber, Krankheiten der Brust bringen, aber auch gegen Heimweh und Feuer helfen soll.

Wird es gegessen, soll darauf geachtet werden, dass keine Brösmeli entstehen. Traditionell wird es aber im Haus aufgehängt, wo es das Jahr über vor Feuer schützt. Werden im kommenden Jahr die neuen Ringli gesegnet, soll es verbrannt und nicht etwa der Abfallentsorgung übergeben werden.

In Schwyz werden die typischen Agatha-Ringli aus Mutschli-Mehl als einsträngiger Ring geformt, die Oberfläche erhält vier Einschnitte. Die Einsiedler Version hingegen wird aus Zopfteig geflochten und zu einem Kranz geformt. Es zeigt sich, im Acherhof werden Traditionen hoch gehalten. Sie sind uns wichtig und wir geben sie von Generation zu Generation weiter.

Text, Fotos: Lukas Gisler, Leiter Geschäftsbereich Alterszentrum Acherhof