Originelle Züglete vom Pavillon ins neue Alterszentrum Acherhof

Vom 20 bis 23. August sind alle Bewohner/-innen vom Wohnpavillon in das neue Alterszentrum Acherhof umgezogen.

Am 22. August um 7.45 Uhr löste Marie Betschart die Bremsen ihres Rollators, atmete tief durch, verliess Zimmer 220, das seit Mai dieses Jahres ihr vorübergehendes Zuhause gewesen war, und seufzte: «Es wird schon gut kommen. » Insgesamt zogen an diesem Donnerstag 19 Bewohnende vom Wohnpavillon, der während der Bauzeit als Übergangslösung auf dem Acherhof-Areal aufgestellt worden war, in das am letzten Freitag offiziell wiedereröffnete um- und neugebaute Alterszentrum um.

Erste Station war das neue Bewohnendenrestaurant, wo ein reichhaltiges Zmorge serviert wurde. Hier stiessen Zivilschutzdienstleistende dazu, welche die Bewohnenden in Ergänzung zu den «Acherhof»-Mitarbeitenden begleiteten. «Gemütlich und schön viel Holz», kommentierte Marie Betschart den Raum. Kaum waren die Tische abgeräumt, tauchte Clown Lilly auf.

Als der letzte Lacher verklungen war, standen vor dem Haupteingang zwei Pferdekutschen. Während die Gesellschaft gemütlich durch den Talkessel trottete und im Restaurant Zmittag ass, gings im «Acherhof» zur Sache. Dutzende Helfer trugen den Inhalt jedes einzelnen Bewohnerzimmers in Windeseile vom bisherigen an den neuen Standort, um dort alles wie gehabt einzurichten. Zuvor war jeder Raum detailliert fotografiert, aufgezeichnet und inventarisiert worden.

«Ich glaube, daran kann ich mich gewöhnen»

Um 16 Uhr waren dann die Ausflügler in bester Stimmung zurück. Bei einem Apéro überreichte Geschäftsleiter Lukas Gisler den Bewohnenden einen symbolischen Schlüssel für das neue Zimmer und hiess sie herzlich willkommen.  Nun begleitete Pflegemitarbeiterin Luljeta Tushi Marie Betschart aufs Zimmer. Mit dem Lift fuhren sie in die dritte Etage, dann gings rechts, nochmals rechts und schliesslich links. Hier ist es: Zimmer 303. Luljeta Tushi öffnete langsam die Tür. Marie Betschart trat ein. Beinahe andächtig stand sie im Zimmer. Dann der Blick durchs Panoramafenster auf den Hauptort und Richtung Kaltbach, wo sie geboren, aufgewachsen und ihr ganzes Leben im selben Haus verbracht hat: «Aber das sieht man von hier aus nicht.» Marie Betschart drehte sich um: «Doch, schön gross ist es hier. Ich glaube, daran kann ich mich gewöhnen. Es kommt gut.»

Erschienen im Bote der Urschweiz, 23. 8. 2019

  

Marie Betschart ist in ihrem Wohnpavillon-Zimmer zwischen den Zügelkisten bereit für den Abmarsch.
Marie Betschart ist bereit für den Abmarsch.
Der intensive Umzugstag beginnt im neuen Bewohnendenrestaurant mit einem stärkenden Zmorge.
Stärkender Zmorge.
Clown Lilly bringt die Zügelgruppe zum Lachen.
Clown Lilly bringt die Gruppe zum Lachen.
Marie Betschart besteigt vor dem Haupteingang die rollstuhlgängige Pferdekutsche von Kutscher Toni Egli.
Marie Betschart besteigt die Pferdekutsche.
Hochbetrieb hinter den Kulissen: Jedes einzelne Zimmer wird am neuen Standort wie gehabt eingerichtet.
Hochbetrieb hinter den Kulissen.
Rückkehr vom Ausflug in der Pferdekutsche.
Rückkehr vom Ausflug in der Pferdekutsche.
Mit einem kräftigen Händedruck verabschiedet sich Marie Betschart von Kutscher Toni Egli: «In jungen Jahren war er immer im Kaltbach Schwyz, wo ich mein Leben lang gewohnt habe. Nach Jahrzehnten haben wir uns nun wiedergetroffen.»
Verabschiedung vom Kutscher Toni Egli.
Marie Betschart vor dem Betreten von Zimmer 303 – ihrem neuen Zuhause.
Marie Betschart betritt das Zimmer 303.
Der Blick schweift andächtig durch den grosszügigen Raum.
Der Blick schweift durch den Raum.
Kaum im Zimmer, klopft auch schon Agnes Hildebrand-Gwerder von Zimmer 301 an: «Schau, Marie, man kann von hier aus sogar die Zeit auf der Uhr der Schwyzer Pfarrkirche erkennen.»
Besuch von Agnes Hildebrand-Gwerder.
Bevor Marie Betschart am Ende dieses Umzugstags die Türe hinter sich schliesst, rücken Acherhof-Mitarbeitende den Tisch, den sie vom Elternhaus mitgebracht hat, an den richtigen Platz.
Der Tisch wird an den richtigen Platz gerückt.