Station 4: Schule & Lernen Früher Heute
Acherhof-Bewohnende erzählen von früher:
Du befindest Dich bei Station 4 auf dem Entdeckerweg Acherhof. Entdecke wie sich Schule und Lernen von strenger Disziplin und Frontalunterricht zu vielfältigen Lernformen, mehr Mitsprache und digitalen Medien verändert haben und was trotzdem bleibt: gemeinsam lernen, Grundlagen üben und von Lehrpersonen begleitet werden.
Highlights dieser Station:
Schule & Lernen früher
Die Schule war durch Disziplin und strenge Hierarchie geprägt. Körperstrafen wie Schläge mit dem Rohrstock waren bis in die 1970er Jahre hinein offiziell erlaubt. Ergänzt wurden diese durch Demütigungen wie das sprichwörtliche «In-der-Ecke-Stehen». Das Motto lautete: «Gerade sitzen, Ohren spitzen, Hände falten, Schnabel halten!»
Es dominierte der Frontalunterricht mit dem Auswendiglernen («Pauken»). Während die Lehrperson sprach, mussten die Schüler/ -innen schweigend zuhören und die Inhalte in ihre Hefte übertragen. Die Rollenbilder waren strikt getrennt: Die Mädchen lernten Handarbeit und Hauswirtschaft, die Jungs lernten sich auf Handwerk und Rechnen.
Klassen mit vierzig bis sechzig Kindern waren üblich, wobei oft eine einzige Lehrperson alle Fächer unterrichtete. Ein dunkles Kapitel war die Umerziehung von Linkshändern/-innen. Um den «rechten» Weg zu erzwingen, wurde die linke Hand der Kinder oft mit Bändern am Stuhl oder hinter dem Rücken fixiert, damit sie den Griffel mit der rechten Hand führen mussten.
Trotz dieser Härten es wichtige Fortschritte. 1874 wurde in der Schweiz die Schulpflicht eingeführt: Seither hat jedes Kind das Recht und die Pflicht auf Bildung.
Schule & Lernen heute
Die Schweizer Volksschulen orientieren sich am Lehrplan 21. Sie richten sich nach gleichen Zielen, Kompetenzen und Inhalten aus.
Lehrkräfte sind Bezugspersonen und geben bei Elterngesprächen Auskunft über das Kind. Schüler/-innen und Lehrpersonen begegnen sich auf Augenhöhe. Zusammen werden Lösungen gesucht.
Der Unterricht ist vielfältig mit unterschiedlichen und neue Lernmethoden wie Gruppenarbeiten, Projektarbeiten, praktische Arbeiten oder digitales Lernen.
Von den Lernenden werden neben gute Noten Teamfähigkeit, kritisches Denken und eigenes Arbeiten erwartet. Gewisse Schulen haben Bewertungssysteme: Schüler/-innen werden nicht benotet, sondern mit schriftlichen oder mündlichen Feedbacks bewertet. So will man ihnen weniger Druck machen.
Was hat sich verändert?
Heute gibt es viele Regeln. Einst gab es kaum Vorschriften, und Lehrpersonen durften Kinder sogar schlagen, ohne dafür bestraft zu werden – heute ist das verboten.
Lehrpersonen sind heute pädagogisch gebildet und oft auf einzelne Fächer spezialisiert.
Früher waren Schulräume oft dunkel und stickig, heute sind sie hell und gut belüftet.
Die Klassen zählten früher teilweise doppelt so viele oder noch mehr Kinder als heute.
Heute dürfen Kinder sowohl mit rechts als auch mit links schreiben.
Mädchen und Jungen werden mittlerweile in denselben Fächern unterrichtet.
Schüler/-innen haben heute mehr Mitspracherecht und können ihren Schulalltag teilweise selbst gestalten (z. B. Wochenpläne, Klassenrat). Sie dürfen offen sagen, wenn sie etwas stört, ohne Angst vor Strafen zu haben.
An der Privatschule Hofstatt Schwyz wird darauf geachtet, dass niemand gemobbt wird. Die Lehrpersonen fordern die Schüler/ -innen aktiv auf, ihnen Bescheid zu geben, wenn sie etwas belastet oder stört.
Was bleibt wichtig?
Kinder und Jugendliche lernen nach wie vor gemeinsam in einer Gruppe bzw. Schulklasse.
Im Unterricht stehen die Hauptfächer Deutsch und Mathematik immer noch im Zentrum. Früher lag der Fokus im Deutschunterricht stark auf der Rechtschreibung, während die Themen heute vielseitiger sind.
Es kommen immer noch Schulbücher zum Einsatz. Digitale Medien ergänzen den Unterricht. So ist das Mathebuch oft digital, begleitet von einem Aufgaben- und Theorieheft. Auch Planungstools und weitere Übungsmöglichkeiten sind vielfach digital.
Um den Lernstand zu überprüfen, spielen Noten weiterhin eine zentrale Rolle. Ebenso gehören Hausaufgaben zum Schulalltag.
Pädagogische Konzepte wie die Bloomsche Taxonomie von 1956 sind noch immer aktuell, um Lernziele in verschiedene Stufen (erinnern, verstehen, erschaffen) zu unterteilen. Die Lehrperson bleibt die massgebende Autorität. Zwar ist der Umgang heute partnerschaftlicher und die individuelle Förderung steht im Vordergrund, aber die Lehrkraft leitet weiterhin die Klasse und trägt die Verantwortung.
Lernmaterial für Schulklassen
Das Unterrichtsmaterial für Schulen ist derzeit in Vorbereitung. Schau doch später wieder vorbei.